Die Professorin des Jahres lehrt an der Hochschule für Telekommunikation Leipzig

Sie versteht sich als Karriere-Wegbereiterin und bringt ihren Studierenden komplizierten Lehrstoff ebenso praxisnah wie originell bei: Prof. Dr.-Ing. Sabine Wieland, Hochschullehrerin an der Telekom eigenen Hochschule für Telekommunikation Leipzig, wurde jetzt zur Professorin des Jahres 2015 gekürt.

Studierende, Kollegen und Firmen finden ihr Wissen glänzend und ihr Engagement für junge Talente richtig gut: Sabine Wieland, seit vielen Jahren als Professorin für Kommunikations- und Medieninformatik an der HfTL tätig, ließ beim Wettbewerb des Absolventenmagazins „Unicum Beruf“ in der Kategorie Ingenieurwissenschaften/Informatik ein Feld von 481 ebenfalls nominierten Kolleginnen und Kollegen hinter sich. „Natürlich freue ich mich über die Auszeichnung zur ‚Professorin des Jahres‘“, sagt sie, „zeigt sie doch, dass die Informatik auch ein weibliches Gesicht hat.“ Seit Jahren schon bemüht sich die Professorin um weibliche Nachwuchskräfte, will durch ihr MINT-Engagement Mädchen für ingenieurswissenschaftliche Studiengänge gewinnen. Ein Einsatz, den die Jury um den ehemaligen Wissenschaftsratsvorsitzenden, Professor Winfried Schulze, in ihrer Urteilsbegründung ausdrücklich lobte.

Ein Wettbewerb statt einer Vorlesung

Mindestens genauso begeisterte sie sich jedoch für den Wettbewerb für Software-Entwicklung, den Professorin Wieland im vergangenen Jahr für ihre Studierenden initiierte. Ihre Vorlesung in Software Engineering widmete sie einfach in einen Teamwettstreit um. Warum? „Wer seinen Studierenden die Software-Entwicklung im Frontalunterricht beibringen möchte, muss einfach scheitern. Das Thema wird erst lebendig, wenn die Studierenden selbst aktiv werden können.“ Natürlich bürdete sie sich mit dem Wettbewerb erst einmal Mehrarbeit auf. Sponsoren mussten  gefunden und Preise ausgelobt werden. Klar, dass sie sämtliche Software Engineering-Projekte kontinuierlich betreuen und abschließend in kurzer Zeit bewerten musste. Ihr Lohn dafür: „Meine Studierenden waren unglaublich motiviert bei der Sache; mich hat ihr Engagement restlos begeistert.“ Oft schlagen die Nachwuchstalente Themen vor, für die sie brennen, das freut die Professorin besonders. „Das spornt sie nämlich zusätzlich an.“ So entstehen derzeit zum Beispiel eine Vereins-App oder eine Welcome-Anwendung, die Flüchtlingen in Leipzig weiterhilft. Im vergangenen Jahr haben ihre Studierenden sie unter anderem mit einem Energie Balance Spiel oder einer Fitness Studio-Anwendung überrascht.

Ihr Erfolgsrezept: Mix aus Theorie und Praxis

Inzwischen ist der Wettbewerb in die nächste Runde gegangen, denn besser lässt sich Theorie nicht mit der Praxis verbinden. „Solche Formate wecken die Kreativität der Studierenden. Genau darum geht es mir, denn gute Lehre ist immer mehr als bloße Wissensvermittlung.“ Diese Einstellung kommt nicht nur bei ihren Studierenden, sondern auch bei vielen Firmen gut an. „Weil wir hier an der HfTL so praxisorientiert unterrichten, finden unsere Absolventen in der Regel nach dem Examen problemlos einen Job.“

Ausgewiesene Expertin ist Sabine Wieland übrigens nicht nur für das Thema Software Engineering, sondern auch für Trendthemen wie Verteilte Systeme und die Cloud. Als Spezialistin für Cloudsicherheit unterstützt sie zum Beispiel seit Langem den Branchenverband BITKOM.