Mobilität unter Studenten: Auslandsaufenthalte hängen vom Geldbeutel der Eltern ab

Die Deutsche Bildung AG bietet mit ihrer Studienförderung eine alternative Finanzierungsmöglichkeit. 10 Millionen Euro können aus dem Studienfonds II aktuell vergeben werden.

Frankfurt am Main, 13. November 2012. Der Weg ins Ausland ist oft eine Frage der sozialen Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Dieses Ergebnis brachte das CampusBarometer der Deutschen Bildung hervor, eine Online-Umfrage, an der 3.500 Studenten aller Fachrichtungen teilgenommen haben. „Studenten wissen, dass Auslandserfahrungen dazu beitragen, sich fachlich und persönlich weiter zu entwickeln“, sagt Anja Hofmann, Vorstandsmitglied der Deutschen Bildung AG. Auch der Arbeitsmarkt sendet entsprechende Signale, sodass die Mobilität der Studenten auch zum erklärten Ziel der Bologna-Reform wurde. „Alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu schaffen ist eine Aufgabe, die auch private Investoren erkannt haben“, sagt Hofmann.

Mit ihrem zweiten Studienfonds kann die Deutsche Bildung seit Beginn des Wintersemesters 10 Millionen Euro vergeben. Neben Master- und MBA-Studenten kommen auch Bewerber zum Zuge, die ihren Studienaufenthalt im Ausland mit einer größeren Finanzspritze sichern möchten. „Mit unserem Förderprogramm WissenPlus füllen wir gleichzeitig die Informationslücke, die Studenten bei der Planung und Durchführung eines Auslandsaufenthaltes beklagen“, sagt Hofmann. Keinesfalls dürfe diese Chance vom finanziellen Hintergrund der Eltern abhängen. Für die Chancengerechtigkeit auf dem Bildungsweg junger Menschen müsse in unserer Gesellschaft noch mehr Engagement gezeigt werden.

Mit dem ersten Studienfonds des Unternehmens wurden über 550 Studenten gefördert. Etwa jeder vierte geförderte Student aus dem ersten Fonds hat die Studienfinanzierung auch für Auslandsaufenthalte genutzt. „Die am Einkommen berechnete Rückzahlung spricht besonders auch risikobewusste Studenten an. Das trifft gerade für junge Menschen zu, deren Eltern weniger wohlhabend sind“, sagt Hofmann. Studienfonds können die Bereitschaft von Studenten stärken, sich im Ausland weiter zu qualifizieren.

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Nordrhein-Westfalen lockt ausländische Studierende an

Nordrhein-Westfalen ist als Studienort bei ausländischen Studierenden beliebt. 39.800 Studierende, die ihre Hochschulreife im Ausland erworben haben, waren im Wintersemester 2009/2010 an den Hochschulen im Land eingeschrieben. „Hochschule ist Zukunft“ wirft einen genaueren Blick auf die Zahlen und zeigt beispielhaft, wie die Studierenden vor Ort integriert werden.

Im Wintersemester 2009/2010 studierten laut Zahlen des Statistischen Landesamts IT.NRW 39.800 sogenannte Bildungsausländer in Nordrhein-Westfalen – mehr als ein Fünftel aller in Deutschland studierenden Ausländer (180.222). Zehn Jahre zuvor lag die Zahl noch bei 27.800 Studierenden. Der Anteil an der Gesamtzahl der Studierenden stieg von 5,6 auf 7,9 Prozent. Besonders beliebt bei den Bildungsausländern: die Fächergruppen Ingenieurwissenschaften sowie Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Vielfältige Integrationsprojekte
Trotz steigender Zahlen fühlen sich viele Studierende aus dem Ausland in Deutschland allerdings mangelhaft integriert. Aktuellen Zahlen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zufolge klagen 39 Prozent über mangelnden Kontakt zu deutschen Mitstudierenden. 34 Prozent finden schwer Bekannte in der Bevölkerung außerhalb der Hochschulen. Um hier Abhilfe zu schaffen, starten viele Hochschulen in Nordrhein-Westfalen Projekte für eine bessere Integration. So beteiligen sich aktuell 14 Universitäten und Fachhochschulen aus Nordrhein-Westfalen an „PROFIN“, einem Programm zur Förderung der Integration ausländischer Studierender des DAAD. Die Hochschulen setzen dabei ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Die Fachhochschule Köln beispielsweise macht die Gruppenarbeit über Kulturgrenzen hinweg mit dem Projekt „Interkulturelle Teamkompetenz“ zu einem Teil des studentischen Alltags. Hierzu kommen Studierende unterschiedlichster Herkunft in Workshops und bei Planspielen zusammen. Die TU Dortmund motiviert ausländische Studierende mit „INTUDO – Integration internationaler Studierender an der Technischen Universität Dortmund“ dazu, ihre eigenen Stärken einzubringen, indem sie etwa Übersetzungen und Sprachtrainings anbieten oder in Schulen über ihre Heimatländer berichten. Zudem integrieren „Internationale Fachschaften“ sie stärker in ihre Fakultäten. Einen anderen Ansatz wählt die Fachhochschule Südwestfalen. Dort leben internationale und deutsche Studierende im Rahmen von „PROFIN SYSTEMIC“ in einer Wohngemeinschaft zusammen.

Persönliche Kontakte knüpfen
Unabhängig vom Programm „PROFIN“ gibt es noch zahlreiche weitere Ansätze der nordrhein-westfälischen Hochschulen, Studierende aus dem Ausland verstärkt zu integrieren. So stellt das International Office der Universität Bielefeld internationalen Studierenden im Rahmen des Brother-Sister-Programms einheimische Mentorinnen und Mentoren als persönliche Ansprechpersonen bei Fragen zur Uni, zum Studium und zur Stadt zur Verfügung. Einen ähnlichen Weg geht das Akademische Auslandsamt der Universität Bonn mit ihrem Study-Buddy-Programm, das jedem ausländischen Studierenden einen deutschen Studierenden als Kontaktperson vermittelt.

Links:
Pressemitteilung des DAAD
http://www.daad.de/portrait/presse/pressemitteilungen/2010/15592.de.html

PROFIN-Programm
http://www.daad.de/hochschulen/betreuung/profin/09239.de.html

Brother-Sister-Programm
http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Einrichtungen/Weitere%20Einrichtungen/IO/brother-sister/

Study-Buddy-Programm
http://www3.uni-bonn.de/studium/studium-in-bonn-fuer-internationale-studierende/betreuung-auslaendischer-studierender/study-buddy-programm

Pressemitteilung von IT.NRW
http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2010/pres_179_10.html