Frauen auf dem Vormarsch

Frauen im akademischen Bereich gezielt zu fördern, ist ein erklärtes Ziel quer durch die Institutionen. Doch wie sieht die Situation an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen eigentlich gegenwärtig aus? Hochschule ist Zukunft wirft einen Blick hinter die Kulissen und beleuchtet den Status Quo.

Bei den Studierendenzahlen in Nordrhein-Westfalen halten sich Frauen und Männer in etwa die Waage. Im Wintersemester 2009/2010 beispielsweise lag der Anteil der Studentinnen (233.041) an der Gesamtzahl der Studierenden bei 46,4 Prozent. Während Frauen 75,3 Prozent der Germanistikstudierenden stellen, sind sie in den MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik nach wie vor unterrepräsentiert. Aber auch dort gibt es positive Entwicklungen. So befinden sich unter den 124 Studierenden im frisch gestarteten Studiengang Biomedizinische Technologie an der Hochschule Hamm-Lippstadt 57 Studentinnen.

Abschlüsse und Prüfungen
Bei den Hochschulabschlüssen in Nordrhein-Westfalen haben Frauen schon seit einigen Jahren leicht die Nase vorn. Auch im Prüfungsjahr 2009 wurden mehr Hochschulabschlüsse von Studentinnen (37.875) als von Studenten (35.437) erworben. Das entspricht einem Frauenanteil von 51,7 Prozent. Es entscheiden sich aber immer noch weniger Frauen als Männer, im Anschluss eine wissenschaftliche Karriere an einer Hochschule einzuschlagen. Im Jahr 2009 etwa wurde nur jede vierte Habilitation von einer Frau abgeschlossen. Besonders häufig habilitierten Nachwuchswissenschaftlerinnen in den Fächergruppen Sprach- und Kulturwissenschaften (41 Prozent) und Humanmedizin (32,5 Prozent).

Positiver Trend bei den Professorinnen
Ein positiver Trend ist bei der Zahl der Professorinnen zu verzeichnen. 2009 waren an den Universitäten und Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen erstmals mehr als 1.000 Professorinnen beschäftigt, das entspricht einem Anteil von 16,3 Prozent. Spitzenreiter bei den Universitäten ist die Universität Paderborn mit einem Frauenanteil von 22,3 Prozent, gefolgt von der Universität Wuppertal mit 20,3 Prozent und der Universität Siegen mit 20,2 Prozent. Den höchsten Frauenanteil an den Fachhochschulen hat die Fachhochschule Bielefeld mit 23,7 Prozent. Danach folgen die Hochschule Niederrhein (19,6 Prozent) und die Fachhochschule Münster (19,0 Prozent). Eine äußerst erfreuliche Bilanz, denn mittlerweile geht an den Fachhochschulen fast jede dritte Professur an eine Frau und an den Universitäten ist es jede vierte.

Frauenförderung durch Land und Hochschulen

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung fördert die Gleichstellung von Frauen und Männern an den Hochschulen im Land in diesem Jahr mit 7,5 Millionen Euro. Das Geld wird nach den Erfolgen der Gleichstellungsarbeit verteilt. Zudem unterstützt das Ministerium die Frauen- und Genderforschung durch das „Netzwerk Frauenforschung“. Die Hochschulen ihrerseits fördern verschiedene strategische Einzelmaßnahmen, etwa Mentoring-Programme oder Girls Days.

Links:
IT.NRW
http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2010/pres_091_10.html
http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2010/pres_163_10.html
http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2010/pres_057_10.html

Kontakt: Hochschule ist Zukunft, Telefon: 0201/1095202, E-Mail: service@hochschule-ist-zukunft.de

Frauen in Wirtschaft und Wissenschaft Thema beim Unternehmergipfel in Frankfurt

Verhindern Rollenklischees und gesellschaftliche Vorbehalte Karrieremöglichkeiten von Frauen in Wirtschaft und Wissenschaft? Welche Kompetenzen und Potenziale bleiben dadurch ungenutzt? Darüber diskutiert die Vorstandsvorsitzende der InnovationsAllianz der NRW-Hochschulen, Prof. Dr. Gisela Schäfer-Richter, mit Geschäftsführerinnen und Frauen aus Führungspositionen mehrerer Unternehmen im Rahmen des „Innovation Unternehmergipfel“ am 23. September in Frankfurt am Main.

Unter dem Titel „Innovation ist weiblich“ wird diskutiert werden, in welchem Maße Frauen im Bereich von Forschung und Entwicklung unterrepräsentiert sind. Prof. Dr. Gisela Schäfer-Richter möchte die Frage dabei nicht auf Führungspositionen beschränken. „Es werden nicht nur klassische Innovationsarbeitsfelder von Männern dominiert, sondern viele hochqualifizierte Berufe wie zum Beispiel Wirtschaftsprüfer, technische Prüfer, oder Börsenmakler.“ Auch in Ausbildungs- und Handwerksberufen wie Koch, Tischler oder Klempner stellen Frauen nach wie vor eine Minderheit dar.

Als mögliche Ursachen nennt Prof. Dr. Schäfer-Richter neben gesellschaftlich verankerten Rollenbildern auch die mangelnde Einbindung qualifizierter Frauen in das heutige Innovations-System. „Innovation ist ein Thema, das nicht mehr nur Forscher und Entwickler angeht, sondern alle Bereiche eines Unternehmens oder einer wissenschaftlichen Institution betrifft“, so Schäfer-Richter. Dazu gehören neben Produkt- oder Technologie-Entwicklung auch Strategie, Kommunikation und Marketing und ähnliche Aufgaben. Besprochen werden beim „Unternehmergipfel“ daher auch neue Berufsbilder, die im Zuge der Innovations-Entwicklung in Wirtschaft und Wissenschaft entstanden sind und zunehmend auch von Frauen besetzt werden.

Die Diskussionsrunde beginnt am 23. September um 13.30 Uhr im „Squaire“ des Frankfurter Flughafens (über dem ICE Fernbahnhof). Die InnovationsAllianz der NRW-Hochschulen wird vor Ort auch über ihre Arbeit informieren. Weitere Informationen zur Veranstaltung im Internet unter www.innovation-unternehmergipfel.de. Weiterlesen